Hausbau planen – was müssen Bauherren bedenken?

Der Bau eines Eigenheims will gut organisiert und geplant sein. Damit das Eigenheim innerhalb des beabsichtigten Zeitrahmens fertiggestellt und Kosten eingespart werden können, empfiehlt sich das Erstellen einer Checkliste.

Kein Bauvorhaben ohne Grundstück

Zunächst sollte sich der Bauherr für das passende Grundstück entscheiden und anschließend den Architekten mit der Planung beauftragen.  Im gemeinsamen Gespräch wird der Raumbedarf und die Größe der einzelnen Räume ermittelt.  Dabei werden weitere wichtige Details geklärt. Wie hoch darf auf dem Grundstück gebaut werden und wie groß ist die bebaubare Fläche? Die Fragen, ob sich die Größe und Abmessungen des Grundstücks für das geplante Haus eignen und die örtliche Bauordnung nicht dagegenspricht, können Architekten beantworten.

Fertig- oder Massivbau? – Die Wahl der Bauweise

Geklärt werden sollte ebenfalls, ob das Haus in Fertigbau- oder Massivbauweise erbaut werden soll. Aufgrund der Angaben des Bauherrn erstellt das Architekturbüro einen ersten Entwurf.  Findet dieser die Zustimmung des Bauherrn, reicht der Architekt den Plan bei der zuständigen Baubehörde ein. Nach der Genehmigung und dem Erhalt der Baubewilligung kann der Hausbau beginnen.

Die Baufinanzierung wird gemeinsam mit der Hausbank geplant und der benötigte Kreditrahmen, der nicht zu knapp kalkuliert werden sollte, festgesetzt.  Bei Baubeginn müssen entsprechend Kanalanschlüsse und Baustrom angemeldet werden.  Es folgen die Auswahl der Baumaterialien und die Beauftragung entsprechender Handwerksbetriebe. Durch Preisvergleiche und das Einholen mehrerer Kostenvoranschläge lassen sich hierbei oft noch Kosten senken. Anschließend gilt es zu überlegen, ob und welche Arbeiten der Bauherr in Eigenleistung erbringen kann.

Der genaue Bauablauf muss zwischen Bauherr, Architekt und Handwerksbetrieben koordiniert werden.  Dabei sollte sich der Bauherr die Zeit nehmen, möglichst oft selbst auf der Baustelle vorbeizuschauen und sowohl den Bau als auch den Baufortschritt zu kontrollieren.  Denn wird der Zeitplan beim Hausbau genau eingehalten, ist dies auch kosteneffizient. Eine Verzögerung der Arbeiten hat höhere Baukosten zur Folge.

Außerdem sind während der Bauphase vielerlei administrative Dinge, wie Eintragung im Grundbuch, Bezahlung der Grunderwerbsteuer und Abschluss einer Versicherung gegen Bauschäden, zu erledigen.

Wenn der Rohbau steht, wird dies mit dem Richtfest gefeiert. Nun beginnt die Phase des Innenausbaus.  Einbauküchen und Sanitäreinrichtungen werden ausgewählt und installiert.  Sind die Innenarbeiten beendet, erfolgt eine Bauleistungskontrolle, bei der eventuelle Mängel festgestellt und rechtzeitig behoben werden können.  Nach Überprüfung aller Leistungen ist das Eigenheim schließlich bezugsfertig.

Hausbau mit Keller oder ohne – welche Vorteile bieten die beiden Möglichkeiten?

Ein Keller lässt sich vielseitig nutzen. Er dient als Hobby- oder Fitnessraum, bietet Platz zum Wäschetrocknen oder steht als Stellplatz für Fahrräder zur Verfügung.  Zum Unterbringen zahlreicher Gegenstände eignen sich Kellerräume ebenso wie als Vorratsspeicher für Kartoffeln und andere Lebensmittel.  Auf einen Keller wird bei einem Neubau hauptsächlich aus Kostengründen verzichtet.

Während ein Keller die Baukosten um circa 10 Prozent erhöht, bieten die zusätzlichen Räume im Untergeschoss immerhin 40 Prozent mehr Fläche.  Durchschnittlich entstehen bei einem Keller Kosten von 300 Euro pro Quadratmeter.  Bei einem schwierigen Boden werden hingegen höhere Kosten fällig, denn der Aushub gestaltet sich schwierig und zeitaufwendig. Ein Baugrundgutachten trägt zur Entscheidungsfindung für einen Hausbau mit oder ohne Keller bei.  Dabei wird die Tragfähigkeit des Bodens und die Höhe des Grundwasserspiegels gemessen.

Je nach Untergrund Ihres Grundstückes fällt außerdem die Verdichtung des Bodens unterschiedlich kompliziert aus. In der Regel wird solch eine Bodenverdichtung durch Rüttelplatten oder Handstampfer vorgenommen, die den Boden eben stampfen und dadurch gleichzeitig für einen dichten Boden sorgen. Prinzipiell lässt sich fast jeder Untergrund mit Rüttlern oder Handstampfern verdichten, die Kosten hierfür können aber unterschiedlich hoch ausfallen. Informieren Sie sich daher im Vorfeld genau über die Beschaffenheit Ihres Bodens.

Vor der Entscheidung sollten Bauherrn Vor- und Nachteile anhand des Kosten-Nutzen-Verhältnisses abwägen. Beim Verzicht auf das Kellergeschoss lassen sich zwar die Kosten für den Bodenaushub sparen, jedoch büßt das Eigenheim dadurch eine erhebliche Nutzfläche ein. Denn Kellerräume lassen sich auch praktisch als Gästezimmer oder Arbeitsräume nutzen.  Außerdem wird auch in einem Haus ohne Keller ein Raum für Technik und Hausanschlüsse benötigt.

Lohnt sich der Hausbau ohne Keller?

Vielfach überschätzen Bauherrn die Kosten, die bei einem Hausbau mit Keller entstehen.  Wer beim Bau auf einen Keller verzichtet, hat später das Nachsehen. Denn eine nachträgliche Unterkellerung ist nicht möglich. Wird anschließend mehr Wohnfläche benötigt, bleibt als Alternative der Ausbau des Dachgeschosses.  Der Nachteil eines Hausbaus mit Keller liegt in den höheren Baukosten und dem größeren Zeitaufwand beim Bauen.  In Kellerräumen entsteht aufgrund der Feuchtigkeit häufig Schimmel. Durch einen hohen Grundwasserspiegel steigen die Kosten für die Kellerräume, denn die Kellerwand muss in diesen Fällen zusätzlich vor dem Wasser geschützt werden.

Demgegenüber stehen die zahlreichen Vorteile, die der Hausbau mit Keller bietet.  Der Marktwert eines Hauses steigt erheblich, wenn dieses über Kellerräume verfügt.  Das Kellergeschoss bietet auch Möglichkeiten zum Ausbau. Soll eine zusätzliche Einliegerwohnung geschaffen und vermietet werden, ist dies nur möglich, wenn das Haus über Kellerräume verfügt.

Der Keller ist als Stauraum unersetzlich.  Er dient ebenfalls als Heizungsraum und beherbergt die Haustechnik.  Als Werkstatt erfüllt er eine wichtige Funktion und kann ebenso als Standort für Waschmaschine und Trockner genutzt werden. Wer sich daher aus finanziellen Gründen für einen Hausbau ohne Keller entscheidet spart meist an der falschen Stelle.

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